Bushido – Black Friday

Bushido-Black-Friday
Bushido - Black Friday /Ersguterjunge

Nach Carlo Cokxxx Nutten 3 ist das nächste Soloalbum "Black Friday" von Bushido an der Startlinie und auch schon wieder, im wahrsten Sinne, voll ins Schwarze gelandet. Platz 1 ist nicht nur alles was Sonny abräumt. Ein Streaming Rekord, den 2014 Kollegah mit King aufgestellt hat, wurde gebrochen. 14,6 Millionen Mal wurde Bushido´s - Black Friday, in der ersten Veröffentlichung´s-Woche gestreamt. "Wie wurde das Album verkauft?", werden sich die meisten fragen. Die BeamSight Vermutung liegt auf Gold. Es ist niedrig angesetzt aber für Platin muss schon etwas sehr brutales auf den Markt gebracht werden. Ob das Album doch auf Platin gegangen ist oder nur auf den Goldhaufen klettert wird in einem Update nachgetragen. Nur ist Bushido´s Black Friday ein brutaler Fallout oder einfach nur ein weiteres, nettes Album?

 

Update zur Chartplatzierung

Bushido ist mit seinem Album "Black Friday" auf Platz #1 der deutschen HipHop Charts gegangen!

Rückblick von CCN 3 zu Black Friday

Das Sinnbild beider Alben ist ziemlich ähnlich und wie zugeschnitten. Der erste Schritt liegt darin Tracks zu produzieren die hart und sehr böse auf die Kauleiste hauen. Das Schema ist natürlich nicht nur bei Bushido der Fall, fast alle Rapper benutzen es. Dieses besteht darin als Rapper präsent zu sein und diese Klischee-Figur eines Rappers zu verdeutlichen. Zum anderen kommen natürlich sehr "sentimentale" und gefühlsvolle Lieder zum hervorscheinen.

 

Der "böse" Rapstil  von Bushido

Ich möchte mal kurz ein kleines Beispiel geben was genau ich damit meine. Wir blicken auf die Tracks: POV von Carlo Cokxxx Nutten 3 und dem neuen Sodom und Gomorrha aus dem Black Friday Album. Das Stichwort ist ganz klar Punchlines, Punchlines und Punchlines. Ganz klar der typische Battle-Rap-Track gegen einfach alle die einem auf die Nerven gehen, auf die man einfach mal schießen will oder eine vergangene Stichellei zu beantworten. Auf beiden Tracks wird auch sehr gut verdeutlicht welche Art von Beat genutzt werden soll um einen Battle-Text zu performen.

 

Der "gefühlsvolle" Rapstil von Bushido

Als nächstes vergleichen wir mal Tempelhofer Junge aus CCN3 und Papa von Black Friday. Ich möchte erwähnen, dass man diese beiden Tracks nicht 1:1 vergleichen kann, weil der Inhalt der Songs komplett unterschiedlich ist. Der Beat ist smooth und deep, somit einfach perfekt um ein wenig Gefühlsvoll zu werden. Die Tränen sollen natürlich nicht kullern und man soll sich auch nicht wie bei einem Theater fühlen. Bushido ist ein Top Beispiel dafür, dass das "ehrliche Auskotzen" einen Rapper authentisch macht. Das Thema vom Tempelhofer Junge, der sich durchschlägt und präsentiert was er jetzt in seinem Leben hat ist fast wie ein treu gebliebener Kurzfilm. Im Gegensatz dazu gibt es eine Nachricht an die eignen Kinder, die vielleicht erst noch zu jung sind um es zu verstehen, was genau im Leben eines der erfolgreichsten Musiker Deutschlands los ist. Das folgende Video zeigt sehr gut was ich damit meine.

 

Bushido - Black Friday: Fallout oder nur ein Moonwalk?

Das komplette Album ist wirklich ein sehr gutes und aber auch monotones Album. Buhsido´s Alben haben alle die Eigenschaft, das macht ihn auch so langfristig erfolgreich, dass jedes Album dem anderen ähnelt. Somit kann man viele Alben auch einfach hintereinander hören, ohne dass es großartig auffällt. Leider muss ich immer feststellen, dass ich mir etwas mehr Abwechslung in der Beatwahl wünsche. Zwischen all diesen aggressiven Beats, von "Black Friday", "Sodom und Gomorrha", "Fallout", "Ground Zero", "Angst", gibt es auch Abwechslung aber leider zu wenig, weil sie cineastisch fast schon gleichen. Etwas mehr Geschwindigkeit fehlt im Album. Es ist nicht typisch, dass Bushido Doubletime rappt aber das erwarte ich nicht, sondern mich würde es interessieren wie es läuft wenn der Beat nur minimal schneller wird.

Ein typischer, lateback Shindy-Beat ist bei dem, Achtung Überraschung, Shindy Feature dabei. Aus der reinen Ehrlichkeit heraus möchte ich aber auch Shindy auf keinen anderen Beat hören. Damals bei "Panamera Flow" hat es grad so funktioniert. "Moonwalk" ist einer der Tracks, die nach den zuvor, knallig gespielten Songs dem Hörer eine kleine 3 minütige Pause gönnt. Die Kurve zieht dann mit "Geschlossene Gesellschaft" ein wenig an.

Dieser Track bereitet den Hörer auf etwas vor, dass ich schon bei der Ankündigung des unbekannten Signing von M.O.030 kommen gesehen habe. Bushido hat sich quasi sein eignen schlecht umgesetzten U.F.O361 geschnitzt und schaltet für 4 Minuten das Licht für Black Friday aus. Ich bin kein Fan von diesem Track und bin der Meinung, dass dieser Track eher auf der Bonus-EP, die ich nicht reviewen kann, gepasst hätte.

Nach dem Fehlgriff gehen die Scheinwerfer auf den Track, den ich sehr schätze und wirklich einen Top Kontrast zwischen den Battle-Rap bietet, "Papa". Im Album ist später noch so ein Track, "Oma Lise", den Bushido seiner Mutter widmet, der auch sehr schön geschrieben und gerappt ist.

Die Features auf Black Friday

Natürlich sind nicht nur Shindy und M.O.030 die Feature´s sondern auch das neue Signing bei EGJ aber Detuschrap Urgestein Laas Unltd. bzw. "Laas Abi". Sex ohne Grund Erfinder Ali Bumaye macht auf Black Friday ein wenig "Angst" mit dem grad genannten Titel. Jugendfreund Fler bringt seinen Vibe und eine kleine CCN-Umarsch auf das Album. Jetzt haben wir ein tolles Paket von Gästen bzw. Freunden auf dem Album.

Ich möchte erwähnen, dass ich es nicht als Verrat sehe, dass Laas seinen Backup-Job für Kool Savas aufgibt um vielleicht doch noch den Big Bang auf den Markt zu bringen. Ersguterjunge ist ein super Label, dass Laas wirklich zum großen Erfolg verhelfen kann. Daher finde ich den Track "Switch Stance" auch sehr passend als Ansage, dass Laas Deutschrap vielleicht umgräbt.

Das Schlusswort zu Bushido - Black Friday

Das komplette Album ist definitiv ein großes Ding, dass man nicht verpasst haben sollte. Der totale "Fallout" ist es aber noch lange nicht. Ich hatte beim Hören keinen Gänsehaut Moment gehabt und ich hatte auch keinen "Oh mein Gott, krass!" Moment. Im ganzen ein cooles Album und wirklich nach der langen Pause auch mal wieder nötig gewesen.